
Jeder von uns kennt das Gefühl der Langeweile. Die Zeit vergeht mühsam und man weiß nicht so richtig viel mit sich anzufangen. Um Langeweile zu überbrücken, neigen manche Menschen gerne dazu, etwas zu essen, obwohl sie kein richtiges Hungergefühl haben. Essen aus Langeweile kann so zur Gewohnheit werden und negative Folgen für deine Gesundheit haben. Wir geben Tipps, die dir helfen sollen, Essattacken aus Frust, Langeweile oder Stress zu vermeiden.
Was sind die Ursachen für das Essen aus Langeweile?
Langeweile gilt als eine der häufigsten Gründe für Heißhunger. Wartezeiten werden so überbrückt und die unangenehme Leere gefüllt. Aus einem Impuls heraus wird zum Essen gegriffen, ohne bewusst darüber nachzudenken. Auch äußere Reize können für Essattacken verantwortlich sein. Das Gehirn verbindet eine bestimmte Tätigkeit, wie z. B. das Fernsehen auf der Couch, mit dem Essen, was zu einer unbewussten Konditionierung führt. Das sogenannte emotionale Essen ist in vielen Fällen der Grund für Übergewicht. Daher ist ein bewusstes Essverhalten enorm wichtig.
Warum ist Essen aus Langeweile ungesund?
Die Folgen des dauerhaften und übermäßigen Lebensmittelkonsums zum Zweck des Zeitvertreibs können folgende sein:
- Übergewicht: Es wird mehr gegessen, als der Körper benötigt; so entsteht ein Kalorienüberschuss.
- Ungesunde Ernährung: Bei Langeweile wird meist zu Lebensmitteln gegriffen, die nicht gut für den Körper sind, z. B. Süßigkeiten, Chips u. a. Dadurch kann der Stoffwechsel ins Ungleichgewicht geraten und nicht richtig funktionieren. Die Folge ist, dass man sich oft schlapp, erschöpft und energielos fühlt.
- Unbewusste Konditionierung: Dein Gehirn verknüpft das Nichtstun mit Essen, sodass du dir jedes Mal, wenn dir langweilig ist, automatisch etwas zum Essen holst.
- Falscher Umgang mit Langeweile: Vielen fällt es schwer, das Gefühl der Langeweile auszuhalten und sie wollen es daher mit allen Mitteln unterbinden.
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Was ist emotionaler Hunger? Inwiefern unterscheidet er sich von physischem Hunger?
Von emotionalem Hunger spricht man, wenn der Auslöser von Heißhunger emotionaler Natur ist. Vor allem Empfindungen, die als unangenehm gelten, wie Stress, Trauer, Sorgen, Langeweile, Frust oder Einsamkeit lassen uns schnell zum Essen greifen. Von einem auf den anderen Moment überkommt uns ein unbändiges Verlangen, etwas zu essen.
Physischer Hunger hingegen ist eine natürliche Reaktion des Körpers, wenn er nach Nahrung verlangt. Dein Magen fängt an, zu knurren und du hast ein flaues Gefühl, welches immer stärker wird, je länger du nichts isst.
Emotionaler Hunger unterscheidet sich von physischem Hunger anhand folgender Merkmale:
- Er kommt plötzlich und kann jederzeit eintreffen. Er tritt ohne Vorwarnung in Form von Heißhunger ein.
- Emotionaler Hunger lässt sich mit Essen nicht stillen: Die Probleme liegen im seelischen Bereich (unterdrückte Gefühle). Das emotionale Essen wirkt quasi als Droge, welche das Gefühl der Leere ertragbar macht.
- Während du dich nach dem Essen aus physischen Gründen befriedigt fühlst, können nach dem emotionalen Essen Schuldgefühle auftreten.
Wichtig ist die klare Trennung zwischen dem natürlichen Drang nach Essen (physisch) und dem Essen aus Gewohnheit, Zeitvertreib und unterdrückten Gefühlen (emotional). Nur wenn du es schaffst, deinen aufkommenden Essensdrang richtig einzuordnen, kannst du unnötige Heißhungerattacken vermeiden.
Was kannst du gegen Essen aus Langeweile tun?
Wir geben dir einige allgemeine Tipps, die dir helfen sollen, deine Essgewohnheiten in den Griff zu bekommen bzw. Langeweile und Hunger klar voneinander zu trennen.
- Lerne den richtigen Umgang mit Langeweile! Das Leben kann nicht immer spannend und aufregend sein. Versuche, deine Langeweile entweder hinzunehmen und als wohltuende Entspannung zu genießen oder bekämpfe sie mit Aktivitäten, die dir Spaß bereiten!
- Mach dir ein ausgewogenes und nahrhaftes Frühstück! Frühstück gilt bekanntlich als wichtigste Mahlzeit am Tag. Wer ohne Essen in den Tag startet, hat meist nicht genug Energie und ist anfälliger für plötzlichen Heißhunger.
- Versuche, bewusst zu essen! Achte darauf, was du wann zu dir nimmst! Höre dabei auf deine eigentlichen Bedürfnisse, deinen Körper und dein natürliches Hungergefühl!
- Probiere, zu merken, wann du dich satt fühlst und iss nicht über das Sättigungsgefühl hinaus! Idealerweise soll mit dem Essen aufgehört werden, bevor ein aufblähendes Völlegefühl entsteht.
- Achte auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung! Snacks und Süßigkeiten können in Maßen mit gutem Gewissen genossen werden!
- Kaufe gesund ein und verzichte auf zu viel Junk Food und zuckerhaltige Lebensmittel!
- Trinke mindestens 1,5 l Wasser pro Tag! Zu wenig Wasser kann auch ein Grund für plötzliches Hungergefühl sein.
- Führe ein Ernährungstagebuch! In dieses schreibst du täglich: Lebensmittel, die du gegessen hast, Uhrzeit und Grund. Durch das gewonnene Wissen kannst du dein Essverhalten besser nachvollziehen.
- Setze auf ballaststoffreiche Lebensmittel! Blumenkohl, Artischocken, Karotten, Chia-, Floh- und Leinsamen machen lange satt.
- Unterscheide zwischen physischem und emotionalem Hunger! Versuche, deine seelischen Probleme nicht mit Essattacken zu lösen! Dauerhaft wird es dir damit nicht besser gehen.
- Wichtig ist auch die Unterscheidung von Hunger und Appetit! Das Hungergefühl ist ein angeborener Reflex bzw. ein körperliches Verlangen nach Nahrung. Appetit hingegen ist ein psychischer Zustand, der sich durch das starke Verlangen, etwas Bestimmtes zu essen, definiert.
- Bewege dich regelmäßig und liege nicht zu viel auf der Couch oder im Bett! Sport und Bewegung sind gesundheitsfördernd. Besonders nach intensiver körperlicher Betätigung hat man gesteigerten Appetit.
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