
Der Winter ist die Zeit der Ruhe, des In-sich-Gehens, der Stille und Regeneration. Die Kräfte der Natur schlummern noch unter der Oberfläche und warten darauf, im Frühjahr mit neuer Kraft zu erwachen. In Gedanken planen wir das neue Jahr und spüren, wie sich Antriebskraft und die Freude auf Neues bemerkbar macht.
Nach der traditionellen chinesischen Medizin sind dem Winter das Element Wasser und die Niere zugeordnet. Die Niere wird auch als die Wurzel des Lebens bezeichnet, weil sie unsere Essenz, unsere Lebensenergie speichert. Unsere Fortpflanzungsfähigkeit, aber auch die Abwehr unseres Immunsystems ist Ausdruck der Qualität unserer Nierenkraft.
Warme Nieren als Kraftquelle für die kalte Jahreszeit
Erkrankungen, die als Folge von Kälte besonders im Winter auftreten, wie Erkältungen, Blasen- und Nierenerkrankungen, deuten auf ein Ungleichgewicht im Wasserelement hin. Hier hilft es, die Nieren mit guter Kleidung warm zu halten und abends einen Thermophor aufzulegen. Da der Nierenmeridian an der Fußsohle entspringt, ist es ratsam, auch die Füße warm zu halten und sich öfter ein Fußbad mit anregenden Kräutern wie Rosmarin, Lavendel oder Ingwer zu gönnen. Sein Immunsystem stärkt man am besten, indem man raus an die frische Luft geht, einen Waldspaziergang oder einen Ausflug in die Berge macht. Außerdem sollte man darauf achten, wenig Zeit vorm PC und Fernseher zu verbringen, da das künstliche Licht des Bildschirms uns zusätzlich austrocknet.
Essen im Winter nach Traditioneller Chinesischer Medizin
Das Wasserelement kann man gut mit erwärmender Nahrung stabilisieren, denn eine gestärkte Nierenfunktion verspricht einen schnupfenfreien Winter und ein langes, kraftreiches Leben.
- Drei warme Mahlzeiten am Tag sind ideal: gekochtes warmes Frühstück, Birnenkompott und Birnenmus, Kraftsuppen und Eintöpfe mit Herbst- und Wintergemüse (Kohl, Kraut, Brokkoli, Karfiol, Kohlsprossen, Kohlrabi, Wurzelgemüse, Kürbis, Fenchel, Süßkartoffeln, Lauch, rote Rüben), Hülsenfrüchte, mitgekochte Walnüsse, Cashewnüsse, Pinienkerne und Maroni, schwarzer Sesam, und Getreide wie Hirse, Quinoa, Amaranth, Buchweizen, Hafer, Langkornreis
- hochwertige Öle zum Darüberträufeln übers fertige Essen, wie Leinöl, Olivenöl, Walnussöl
- heiße Gewürze wie Ingwer, Knoblauch, Kardamom, Kurkuma, Nelken, Vanille, Anis, Nelken, Chili, Fenchelsamen, Muskat, Bockshornklee
- Kräuter wie frische Petersilie, Thymian, Salbei, Eibisch, Oregano, Goldrute und Wacholder
- erwärmende Getränke wie Gewürztee, Fencheltee, Kümmeltee, Traubensaft, Birnensaft
- Meiden von kühlenden Speisen wie Südfrüchten, Tiefgekühltem, Eis und kalten Speisen, Rohkost wie Gurke, Tomaten und Salate am besten nur in kleinen Mengen, kein Aus-dem-Kühlschrank-essen, Brotmahlzeiten reduzieren – da all dies den Körper kühlt.
Mehr Energie dank chinesischer Kraftsuppe: Rezept
Traditionell werden chinesische Kraftsuppen mit chinesischen Kräutern und Fleisch zubereitet und köcheln tagelang, bis eine dunkle Essenz entsteht. Chinesische Kraftsuppen stärken und harmonisieren in Stresszeiten, bei Erschöpfungszuständen und nach Krankheiten. Mit Kraftsuppen werden die Heilungsprozesse im Körper unterstützt und ein Substanzverlust durch Krankheit ausgeglichen.
Zutaten für 3 Liter Gemüse-Kraftsuppe:
- 5 l Wasser aufkochen
- 2 Bund Petersilie
- 1 frischer Zweig Thymian
- 8 Wacholderbeeren
- 2 Packungen Bio-Suppengrün mit Schale
- 2 kleine Zwiebeln mit Schale
- 1 EL Honig
- 2 Datteln
- 10 Pfefferkörner
- 5 Pimentkörner
- 1 Stange Lauch
- 2 cm Stück Ingwer mit Schale
- 1 Zweig Liebstöckelgrün
- 5 Lorbeerblätter
- ½ Stück Zimtrinde
- 2 - 3 TL Salz.
Die Zutaten, wenn möglich aus biologischer Landwirtschaft, in dieser Reihenfolge in das kochende Wasser geben, drei bis vier Stunden mit Deckel köcheln lassen und durch ein Sieb seihen (Das Gemüse durchs Sieb drücken, um den Saft auszupressen, dann wegschmeißen). Übrig bleibt eine wertvolle Essenz, die dreimal am Tag erwärmt und getrunken werden soll, hält etwa drei bis vier Tage im Kühlschrank.
Autorin: Sandra Nova