
Die Haut verändert sich mit fortschreitendem Alter. Sie verliert an Elastizität und die ersten Falten tauchen auf. Doch inwieweit kann eine Faltenbehandlung mit Botox, Hyaluronsäure oder Eigenfett helfen? Wie lange hält die Wirkung an und welche Gefahren für die Haut gibt es dabei? Wir informieren gemeinsam mit dem Ästhetischen Chirurgen Dr. Alexander Papp über die besten Methoden der Faltenunterspritzung sowie deren und Risiken und Nebenwirkungen.
Beliebte Methoden der Faltenunterspritzung: Eigenfett, Botox und Hyaluronsäure
Faltenbehandlungen erfreuen sich schon seit Jahren immer größerer Beliebtheit. Sie zählen in der Praxis für plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie von Dr. Alexander Papp, die er gemeinsam mit seinem Vater Univ. Prof. Dr. Christoph Papp im MEDICENT in Salzburg führt, zu den beliebtesten Eingriffen.
„Eine Faltenunterspritzung ist im Gegensatz zu anderen Eingriffen schnell gemacht und ein relativ schmerzfreies Unterfangen. Außerdem sieht man schon nach kurzer Zeit ein Ergebnis“, erklärt Dr. Papp einige der Gründe für die Häufigkeit dieser Behandlungen.
Bei einer Unterspritzung mit Hyaluronsäure erhält man zum Beispiel bereits nach zwei bis drei Tagen ein glatteres Hautbild. Sobald die leichten Schwellungen abgeklungen sind, wirkt die Haut prall und straff. Eine Behandlung mit Hyaluronsäure hält vier bis sechs Monate an, wobei es natürlich wie bei jedem Produkt auf die Qualität des Fillers ankommt, wie Dr. Alexander Papp betont.
Eine weitere Möglichkeit, eine Faltenunterspritzung durchzuführen, ist die Unterspritzung mit eigenem Fett. Bei dieser sehr modernen Methode wird Fett an den Beinen oder am Bauch entnommen und kommt dann über eine Injektion in bestimmte Falten, wie etwa die Nasolabialfalte. Gleichzeitig lassen sich damit nicht nur Falten, sondern auch andere Defizite im Gesicht, wie etwa an Wangen oder der Kinnpartie, auffüllen, um so die hängende Haut wieder praller zu machen. „Da hier Faltenunterspritzung mit Eigengewebe vorgenommen wird, vertragen es die Patienten sehr gut und es hält auch dementsprechend lange“, so Dr. Papp.
Ein weiteres beliebtes Mittel zur Behandlung von Falten ist das Botox. Das Schlangengift stellt allerdings keine Faltenunterspritzung im herkömmlichen Sinn dar, denn Botulinumtoxin gehört eher zu den Präventionsmaßnahmen.
Welche Vorteile bietet eine Faltenbehandlung mit Eigenfett?
Für Dr. Papp ist die Faltenunterspritzung mit Eigenfett eine der bevorzugten Methoden. Einerseits wird überschüssiges Fett an Bauch, Seiten oder Oberschenkel entnommen, das dann andererseits der Auffüllung von Fältchen, den Wangen oder anderen hängenden Partien im Gesicht dient. Man bekommt in einem Schritt quasi (ein wenig) Fett und Falten weg.
Allerdings muss man bei einer Eigenfettbehandlung die Falten, anders als mit Hyaluronsäure, etwas „überfüllen“, um dieselbe Wirkung zu erzielen. „Von 100 Millilitern Fett, das zur Faltenunterspritzung verwendet wird, bleiben nämlich nur etwa 60 Milliliter“, so Dr. Papp. Der Rest schmilzt weg und wird vom Körper abgebaut. Dazu hat die Eigenfettbehandlung eine positive Auswirkung auf die Haut. Das „Eigenmaterial“ zur Faltenbehandlung wird durchblutet und tut der Haut deshalb allgemein gut.
Außerdem sind Unverträglichkeiten bei der Faltenunterspritzung mit Eigenfett nahezu ausgeschlossen.
Wie wirkt Botox auf den Körper?
Botox lähmt die Mimikmuskulatur des Patienten und stellt sie ruhig. Die Falten vermehren sich nicht und werden nicht tiefer. Das Aussehen verändert sich dadurch nur geringfügig. „Wir entlassen unsere Patienten aus der Klinik so, dass man am Aussehen höchstens eine Auffrischung erkennt, aber niemals eine Veränderung“, erklärt Dr. Papp seine Abneigung gegen „Overtreatments“, die Patienten oft nach einer Faltenunterspritzung oder einer Botox-Behandlung wie erstarrt aussehen lassen.
Bei gutem allgemeinem Gesundheitszustand gibt es bei der Faltenbehandlung mit Botulinumtoxin oder Fillern keine Kontraindikationen. Allerdings gibt es, wie auch Dr. Papp aus eigener Erfahrung weiß, Personen, die nicht auf Botox ansprechen. Dann wird aber eine alternative Behandlung mit Hyaluronsäure oder Eigenfett zur Faltenunterspritzung angewendet. „Wobei man Botox mit Fillern eigentlich nicht vergleichen kann“, wie Dr. Papp betont.
Während Botox rein dazu dient, die Falten nicht tiefer werden zu lassen, können Hyaluronsäure oder Eigenfettbehandlung Falten und sogar ganze Partien im Gesicht auffüllen. Im Gegensatz zu Botox kann man mit Fillern die Silhouette verbessern. „Es ist deshalb auch möglich, Botox und Hyaluronsäure oder eine Eigenfettbehandlung in einer Sitzung zu kombinieren, um ein perfektes Ergebnis zu erzielen“, so Dr. Papp.
Wie lange dauert eine Faltenunterspritzung?
Bei einer Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure oder einer Behandlung mit Botox ist ungefähr mit einer Behandlungsdauer von 20 bis 30 Minuten zu rechnen. Theoretisch könnte man so eine Faltenbehandlung also in der Mittagspause erledigen. Allerdings warnt Dr. Papp davor: „Direkt danach sollte man kein Meeting haben, denn es kann nach einer Botulinumtoxin-Behandlung oder einer Unterspritzung mit Hyaluronsäure doch zu leichten Schwellungen oder Hämatomen kommen.“
Risiken und Nebenwirkungen einer Faltenbehandlung
Das Beratungsgespräch ist vor der Faltenunterspritzung Grundlage, um die Erwartung von Arzt und Patienten an die Behandlung ganz genau zu klären und zu erklären. Dieses Gespräch dient nicht nur dazu, um einen perfekten Überblick über die Methoden der Behandlung zu bekommen, sondern auch, um das Vertrauen zwischen Arzt und Patienten aufzubauen.
„Selbstverständlich ist auch bei solchen Eingriffen ein Restrisiko vorhanden. Speziell beim Einsatz von Fillern kann es unter Umständen zu Verletzungen von tieferliegenden Strukturen kommen“, betont Dr. Papp. „Auch wenn Botox nicht gut appliziert wird, kann es zum kompletten Ausfall diverser Mimikmuskulatur kommen. So kann dann beispielsweise die Oberlippe hängen oder Ähnliches passieren.“
Vor allem, wenn bei einer Unterspritzung zu viel an Hyaluronsäure oder Eigenfett verwendet wird, kann es zu Reaktionen kommen. Ähnlich wie bei einem Luftballon, in den zu viel Luft gepumpt wurde. Dann können Risse in der Haut entstehen. „Dadurch muss man bei den folgenden Injektionen immer mehr und mehr applizieren, um ein tadelloses Ergebnis zu bekommen“, betont Dr. Papp. „So rutscht man sehr schnell in diesen surgical look, wo man sofort merkt, dass etwas gemacht wurde.“
Weniger ist also auch bei Faltenunterspritzungen mehr. Egal ob Filler oder Botulinumtoxin – die Haut im Gesicht sollte nicht unter einer Faltenunterspritzung leiden. Denn die Wirkung hält meist bis zu einem halben Jahr an. So rät Dr. Papp, von einer Faltenbehandlung zur nächsten mindestens sechs Monate vergehen zu lassen. „Erst wenn sich das Ergebnis dramatisch verschlechtert, sollte man wieder zur Behandlung kommen.“