
Vor ein paar Wochen, am 9. Juli 2019 hatte ich einen Unfall, der mich fast das Leben kostete.
Mein Partner und ich planten eine Klettertour auf dem Dachstein und wurden durch Schneefelder überrascht, die den Klettersteig nicht zugänglich machten. Die Schneefelder, die wir bereits mühevoll passiert hatten, machten ein Zurück unmöglich. Wir hatten nur eine Chance, weiter nach oben, über das nächste Schneefeld, das noch steiler war, und einen Zugang finden, der nicht von Schnee bedeckt wäre.
Unfall am Berg – was ist passiert?
Zu unserer Sicherheit, meiner eigentlich, seilten wir uns aneinander an und mein Partner ging mit dem Pickel voran, um mich dann nachzuholen und zur Not mit dem Zug über das Seil unterstützen zu können. In einem Augenblick sah ich ihn noch sich langsam, Schritt für Schritt, den Berg hocharbeiten, im Nächsten rutschte er seitlich an mir vorbei und dann verlor auch ich bereits den Halt.
Die Augenblicke vor dem Aufprall dreißig Meter weiter unten in einem sogenannten Schneemaul, einem Schneeloch, in das wir hineinfielen, um ein paar Meter weiter unten auf Stein aufzuprallen, werden wohl immer in meinem Gedächtnis eingebrannt sein. Ebenso der darauffolgende Schmerz und der erste Blick auf meinen ebenfalls schwer verletzten, blutenden Partner.
Nach zweieinhalb Stunden in der Kälte kam die Bergrettung und ein gerade zur rechten Zeit sich öffnendes Loch in der Wolkendecke ließ schließlich auch noch unsere Bergung per Helikopter zu.
Wir hatten Glück, wurden beide gut versorgt und operiert und blicken nun auf das Ereignis zurück, in dem Wissen, es hätte auch anders enden können. In all dem „Unglück“ erlebten wir ein Wunder nach dem anderen, unglaublich hilfsbereite, kompetente Menschen, ein Zusammenspiel von zeitlichen Abläufen, die, wären sie etwas anders gewesen, uns das Leben hätten kosten können.
Eine Welle von Zuneigung und energetischer Unterstützung, auch von Menschen, von denen ich es nicht erwartet hätte, treibt mir immer noch die Tränen in die Augen.
Ein Spital mit Ärzten und Schwestern, die sich rührend um uns kümmerten, unermüdlich, kompetent, lustig, immer freundlich…
Und noch so viel mehr, das den Rahmen dieses Artikels sprengen würde.
Für eine sinnvolle Botschaft stelle die richtigen Fragen...
Warum ich all dies aber schreibe ist die Frage des WARUM, die sich nach einem so einschneidenden Erlebnis wahrscheinlich jeder stellt. Und wir haben viel darüber gesprochen...
Ich bin Energetikerin und aus den Reaktionen mancher Leute hörte ich Fragen heraus wie – „Was hat sie falsch gemacht? Wo hat sie nicht hingesehen?“
Etwas, worauf wir Energetiker immer achten – „Was ist die Ursache?“
Diese Frage wirft aber auch eine Frage der Schuld auf und unsere Gedanken beginnen, sich im Kreis zu drehen. Ich glaube, sie ist falsch gestellt.
Frage ich; „Warum ist der Unfall geschehen? Was hätte ich anders machen können?“, finde ich andere Antworten, als wenn ich mir ansehe, was ich daraus lernen kann. „Was hat der Unfall bewirkt? Was möchte Neues in mein Leben treten? Was darf ich hinter mir lassen, das mich so gebremst hat?“
Wir bewegen uns dann auf einer ganz anderen Ebene der Wahrnehmung und der Antworten.
In unserem Fall kann ich die Tragweite des Unfalles vielleicht noch gar nicht ganz erfassen – doch in erster Linie ging es um das Befreien von inneren Grenzen, alles abfallen lassen, was mich jemals beschränkt hat im Leben, das Zulassen meiner Fähigkeiten und Potentiale, das Entfesseln von Liebe und Dankbarkeit, das Fühlen der Lebendigkeit, des Lebens selbst in jeder Faser meines Seins und das Ablegen meiner Ängste und Zweifel in Bezug auf mich selbst, meinen Beruf, meine Ideen und meine Beziehung. Unendlich viel…. Ausgelöst durch einen falschen Schritt…
Ich spürte bereits vor dem Absturz, dass Begleitung da war, wusste, etwas war ungewöhnlich und fühlte mich nicht wohl – doch alles war wohl so im Plan, denn alles weitere war geführt, bis zum heutigen Tag, an dem ich hier sitze, alles bewegen kann und diesen Artikel schreibe, in der Hoffnung, er möge euch inspirieren, auch in schweren Stunden eures Lebens und euch nie Mut, Hoffnung und Vertrauen verlieren lassen.
Danke all jenen, die bis hierher gelesen haben… Und wenn euch selbst die Frage nach dem „WARUM“ beschäftigt und ihr keine Antwort findet, unterstützen Renata und ich euch gerne auf eurem Weg.
Von Herzen
Eva Buttazzoni