
Viele Menschen kennen sogenannte Anlaufschmerzen. Nach längerem Sitzen oder auch morgens beim Aufstehen sind die Gelenke der Betroffenen steif und unbeweglich, oft kommen Schmerzen hinzu. Nach wenigen Minuten lassen Schmerz und Steifheit nach oder verschwinden sogar ganz. Hinter diesen Anlaufschmerzen können Gelenkerkrankungen wie Arthrose oder Rheumatoide Arthritis stecken. Deshalb solltest du solche Probleme ärztlich untersuchen lassen. Es gibt aber auch einiges, das du selbst gegen den Gelenkschmerz tun kannst. Mit unseren Tipps findest du die Freude an der Bewegung wieder.
Welche Ursachen stecken hinter steifen Gelenken nach dem Sitzen?
Eine mögliche Ursache für steife Gelenke nach dem Sitzen kann Arthrose sein. Unter einer Arthrose versteht man Knorpelverschleiß im Gelenk. Der Knorpel ist dafür da, Reibung zu verhindern. Wenn er durch eine Arthrose geschwächt ist, wird die Bewegung eingeschränkt. Früher oder später reiben bei Arthrose die Knochen aufeinander, was sehr schmerzhaft sein kann. Häufig kommen bei der Arthrose noch Entzündungen hinzu, die die Ursache für weiteres Leiden sein können. Eine Arthrose schreitet voran und sollte deshalb so früh wie möglich erkannt werden. Bei Gelenkschmerzen und Steifigkeit solltest du deshalb einen Arzt aufsuchen, um eine Arthrose oder eine andere Erkrankung der Gelenke auszuschließen.
Auch eine Rheumatoide Arthritis könnte hinter starkem Anlaufschmerz stecken. Rheumatoide Arthritis ist eine Krankheit, die mit Entzündungen der Gelenke einhergeht. Gelenksteife am Morgen kann zu den frühen Anzeichen gehören.
Weitere mögliche Ursachen für die Beschwerden sind Entzündungen der Sehnen oder Sehnenansätze, Fibromyalgie oder auch Überlastung der Gelenke durch Übergewicht oder Leistungssport.
Nicht immer steckt jedoch eine Krankheit dahinter, wenn du steife Gelenke nach dem Sitzen hast. Mit zunehmendem Alter ist es ganz normal, dass die Gelenke ein wenig von ihrer Beweglichkeit verlieren. Um sicherzugehen, sollten Betroffene zusammen mit ihrem Arzt die Ursache für die Gelenkschmerzen herausfinden. Falls eine Krankheit vorliegen sollte, kann dann frühzeitig die Behandlung beginnen. Aber auch du selbst kannst viel für bessere Beweglichkeit tun.
Bewegung statt Schonen bei steifen Gelenken
Wer Schmerzen in den Gelenken und Muskeln verspürt, neigt zu Schonhaltung. Früher hat man generell bei Schmerzen zu Schonung und Ruhe geraten. Heute weiß man: Dadurch verstärkt man das Leiden der Betroffenen womöglich noch. Wenn die Beweglichkeit des Körpers nachlässt, ist es ganz besonders wichtig, sich in Bewegung zu bringen.
- Direkt nach dem Aufstehen, wenn die Anzeichen noch stark ausgeprägt sind, kannst du die Gelenke sanft bewegen oder einfach ein wenig auf- und abgehen.
- Im Alltag sind gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren empfehlenswert. Dadurch gelangt wieder ausreichend Gelenkschmiere an Ort und Stelle, sodass die Bewegungen geschmeidiger werden und die Schmerzen nachlassen.
- Auch Dehnübungen für die Gelenke und Muskeln helfen gegen Schmerzen und Steifigkeit. Je nach Ursache der Symptome kann der Arzt auch spezielle Übungen beim Physiotherapeuten verschreiben, um die Beweglichkeit zu verbessern.
Die schlechteste Entscheidung wäre es jedenfalls, das Aufstehen so oft wie möglich zu vermeiden. Auf diese Weise können sich die Gelenke und Muskeln noch stärker verhärten.
Eine mögliche Morgenroutine sind Dehn- und Beweglichkeitsübungen im Liegen. Nimm dir dafür fünf bis zehn Minuten Zeit und bewege noch im Liegen sanft die einzelnen Gelenke durch! Das kann die Morgensteifigkeit schon deutlich verbessern.
Massagen und Wärme können bei Steifheit in den Gelenken helfen
Nicht nur das Gelenk selbst, sondern auch Muskeln, Sehnen, Bänder und Bindegewebe spielen bei der Beweglichkeit eine Rolle. Massagen können helfen, diese Strukturen des Körpers zu lockern. Du kannst mit Massagebällen oder Faszienrollen selbst Hand anlegen. Ideal ist es aber, wenn du dir die richtigen Griffe von einer Fachperson zeigen lässt. Arnikaöl und Johanniskrautöl können die Wirkung der Massage intensivieren.
Auch Wärme kann bei steifen Gelenken nach dem Sitzen sehr gut tun. Eine Wärmflasche, Wärmesalbe, ein Vollbad oder schlicht warme Socken können die Beschwerden schon deutlich verbessern. Bei einer Entzündung solltest du auf die Behandlung mit Wärme jedoch lieber verzichten. So erkennt man eine Entzündung: Das Gelenk verursacht Schmerzen, ist geschwollen und fühlt sich heiß an. Manchmal ist auch die Haut gerötet. Bei solchen Problemen solltest du einen Arzt befragen, welche Behandlung sinnvoll ist.
Überbelastung vermeiden und Gelenke schonen
Nicht nur Krankheiten wie Arthrose oder rheumatoide Arthritis können zu steifen Gelenken führen. Manchmal handelt es sich einfach um ein Zeichen für Überlastung. Deshalb solltest du dir deine Gewohnheiten und Lebensumstände ein bisschen genauer anschauen:
- Hast du starkes Übergewicht? Dann können deine Gelenkprobleme vom zusätzlichen Gewicht stammen. Es wäre gut, wenn du ein paar Kilo abnehmen könntest.
- Machst du im Alltag häufig gleichförmige, vielleicht sogar einseitige Bewegungen? Dann könnten die Beschwerden auch daher rühren. Überlege, ob du die verursachenden Bewegungen anders gestalten oder reduzieren kannst! Wenn das nicht möglich ist, solltest du zumindest andere Gelenkbelastungen so weit wie möglich reduzieren.
- Ist dein Arbeitsplatz ergonomisch gestaltet und achtest du auf gelenkschonende Bewegung? Wichtig ist zum Beispiel rückenschonendes Bücken beim Heben von schweren Lasten.
- Hast du in letzter Zeit mit einem neuen Sport angefangen oder deine Leistung deutlich gesteigert? Womöglich bist du beim Training etwas zu forsch vorangeschritten. Dann solltest du die Intensität des Trainings wieder ein Stück zurücknehmen.
- Falls du joggen oder walken gehst: Hast du gute, auf dich angepasste Laufschuhe? Diese Sportarten sind zwar gut für die Ausdauer, können aber eine Ursache für Gelenkprobleme sein, wenn der Boden zu hart ist oder die Schuhe nicht gut genug federn.
Nährstoffe durch gesunde Ernährung
Gelenke und Muskeln brauchen viele verschiedene Nährstoffe, um gesund und ohne Schmerzen zu funktionieren. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung versorgt den Körper mit allem, was er braucht. Achte deshalb auf viel frisches Obst und Gemüse, Vollkornprodukte und vor allem viel Wasser. Fleisch, Wurst, Butter und Zucker solltest du dagegen reduzieren. Besonders wichtig für Menschen mit Gelenkproblemen sind diese Nährstoffe:
- Vitamin C (zum Beispiel in Zitrusfrüchten, Beeren oder Paprika)
- Kalzium (zum Beispiel in Joghurt, Quark oder Kefir)
- Omega-3-Fettsäuren (zum Beispiel in Nüssen, Samen und Pflanzenölen)
- sekundäre Pflanzenstoffe (in allen Obst- und Gemüsesorten)