
Bereits seit der Antike ist die Rose als „Königin alle Blumen" bekannt. Kein Wunder also, dass auch das bekannteste und exquisiteste aller ätherischen Öle aus den Blättern der wunderschönen Blume hergestellt wird. Auch zahlreiche Produkte der Naturkosmetik beinhalten Rosenöl oder den Duft nach Rosen. Doch welche Wirkung hat Rosenöl auf uns, wie wird es hergestellt und wofür kann Rosenöl verwendet werden?
Wie wird Rosenöl hergestellt? Was sind die Inhaltsstoffe?
Das wertvolle ätherische Öl wird mittels Wasserdampf-Destillation aus den Blütenblättern der Rosen gewonnen. Dabei werden die Rosen, welche zur Ölgewinnung nötig sind, vor allem in Bulgarien, Frankreich, Iran, Marokko und der Türkei angebaut und von Hand gepflückt. Die beiden Rosenarten „Rosa centifolia" und „Rosa damascena" kommen dabei zum Einsatz. Sehr viele Blütenblätter sind notwendig, um nur wenig Öl herzustellen. So wird etwa aus vier Tonnen Blüten nur ein Liter Rosenöl destilliert. Hinzu kommt die kurze Erntezeit von ungefähr einem Monat in der Zeit von Mitte Mai bis Mitte Juni. Maximal 50 Kilogramm Rosenblütenblätter beträgt die Tagesernte eines Pflückers. Bis zu sieben Mal wird der Destillationsprozess durchgeführt. Da der Preis sehr hoch ist, kommen Verfälschungen, zum Beispiel mit billigem Geraniumöl, häufig vor.
Leider ist die Gewinnung des Rosenöls ein sehr aufwendiger Prozess. Die Blüten, aus denen das kostbare ätherische Öl gewonnen wird, müssen früh am Morgen und nur per Hand gepflückt werden. Nur dann ist der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten. Ebenso müssen die Rosenblüten sofort weiterverarbeitet werden. Deshalb zählt der Extrakt zu den kostbarsten Essenzen und erklärt den hohen Preis.
Geraniol und Citronello sind die beiden wichtigsten Bestandteile im echten Rosenöl. Diese beiden Wirkstoffe sind für ihre heilenden Eigenschaften bekannt. Weitere Inhaltsstoffe sind unter anderem:
- Farnesol: bekannt für seine antibakteriellen Eigenschaften
- Nerol: eine farblose Flüssigkeit, die den typischen Rosenduft verströmt
- Ethanol (Alkohol)
Ätherisches Rosenöl soll aus zwischen drei- bis vierhundert verschiedenen Inhaltsstoffen bestehen. Es sind mehr als dreihundert Stoffe identifiziert worden. Einige Substanzen kommen nur in ganz winzigen Konzentrationen im Rosenöl vor. Daher ist die konkrete Bestimmung bisher nicht endgültig.
Wie wirkt Rosenöl?
Dem ätherischen Öl werden zahlreiche positive Wirkungen in der Anwendung nachgesagt:
- Aphrodisiakum
- Antidepressivum
- Krampflöser
- Bakterienbekämpfer
- unterstützt bei Schlafproblemen
Die einzigartige Konsistenz von Rosenöl wirkt schützend und stärkend auf die geistige Verfassung. Der unbeschreiblich angenehme Duft übermittelt das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Es regt Verbundenheit und ein harmoniebedürftiges Miteinander an. Rosenöl ist eines der eindrücklichsten ätherischen Öle, die Menschen herstellen können.
Aber auch für die Haut und in der Hautpflege hat Rosenöl eine erstaunliche Wirkung. Die Anwendung bewirkt, dass der Haut pflegende Fette und Feuchtigkeit zugeführt werden. Die enthaltenen Bestandteile im Öl wirken aber auch entzündungshemmend und haben daher eine beruhigende Wirkung auf gereizte Haut. Vor allem im Winter ist die Verwendung einer Handcreme mit Rosenöl daher zu empfehlen. Auch Verunreinigungen und Schwellungen kann mit Rosenwasser oder Rosenöl der Kampf angesagt werden. Weiters wird die Durchblutung angeregt, wodurch sich das Hautbild verfeinert. Gerade bei reiferer Haut gilt die regenerative und hautstraffende Wirkung des Rosenöls als besonders wohltuend.
Besonders zu empfehlen sind Produkte mit Rosenöl und Hyaluron. Diese aktivieren die Zellen und schenken der Haut mehr Frische und mehr Spannkraft.
Wofür wird Rosenöl verwendet?
Das Positive an Rosenöl: Jeder Hauttyp kann es anwenden.
- für die Haut wirkt es durchblutungsfördernd
- verbessert dank ungesättigter Fettsäuren die Spannkraft
- spendet Feuchtigkeit
- wirkt zellerneuernd
- mildert Hautrötungen
Wie bereits erwähnt, finden Rosenblüten vor allem in Naturprodukten zur Pflege Anwendung. Neben reinem Rosenöl gibt es im Handel Gesichtspflegeprodukte und Reinigungsprodukte, die Rosenölanteile aufweisen. Auch im Bereich Anti-Aging kommt das wertvolle Öl zum Einsatz. Das Öl von Rosen ist eines der wenigen ätherischen Öle, die auf unsere Haut keine Reizwirkung ausüben. Sie können es deshalb in seiner puren Form auf die Haut geben. Rosenwasser ist bekannt dafür, seine volle Wirkung bereits in sehr niedriger Dosierung zu entfalten.
Kann Rosenöl selbst hergestellt werden?
Wer zum Beispiel eine Handcreme oder andere Naturkosmetik zur Hautpflege aus Rosenöl selbst herstellen möchte, der braucht zum Glück nicht stundenlang Blüten pflücken. Die Zutaten lassen sich leicht im Handel besorgen, auch wenn das Resultat nicht mit reinem Rosenöl verglichen werden kann. Folgende Zutaten werden benötigt:
- 30 Gramm getrocknete Rosenblüten oder -knospen
- 1 Liter natives, kaltgepresstes Öl, vorzugsweise Mandelöl oder Sesamöl
- 1 Topf
- 1 großes Glas mit Deckel
- saubere Flaschen
Für die Herstellung das Öl in einen Topf gießen und leicht erwärmen. Die Rosen in das Glas geben und das warme Öl darüber gießen. Anschließend mit einem Löffel vorsichtig verrühren. Die Mischung muss jetzt zwei Wochen im verschlossenen Glas an einem warmen Ort durchziehen. Nach Ablauf der Zeit wird das Öl durch ein sauberes Küchentuch gefiltert und in eine oder mehrere - je nach Größe - Flaschen gefüllt.
Auch eine Handcreme oder Gesichtscreme lässt sich leicht selbst herstellen. Hierfür wird folgendes benötigt:
- 4 g Bienenwachs
- 100 Milliliter reines Rosenöl
- 100 Gramm Aloe-Vera-Gel
- 1 Teelöffel Vitamin E
Für die Zubereitung der Handcreme einen Topf voll Wasser zum Kochen bringen. Das Rosenöl und Wachs in ein Glas geben und dieses in das Wasserbad setzen. Danach muss ständig umgerührt werden, bis die Mischung verschmilzt. Anschließend wird der Topf vom Herd genommen und das Vitamin E sowie Aloe-Vera-Gel beigefügt. Auch hier muss gut umgerührt werden. Die Handcreme in ein Glas umfüllen und fest verschließen.
Als Fazit kann gesagt werden, dass Rosenöl und die Produkte, in denen es enthalten ist, nicht nur in der Hautpflege einen hohen Stellenwert innehaben, sondern auch beruhigend und ausgleichend auf Geist und Seele wirken.