
Sonne ermöglicht Leben und unterstützt jede Form von Wachstum und Entwicklung. Bei Menschen sorgt sie für gute Laune, strahlende Augen und sanft gebräunte Haut, die wir in unseren Breitengraden als attraktiv empfinden. Wie bei vielen schönen Dingen macht aber auch bei der Sonne die Dosis das Gift aus. Sonnencremes können vor Sonnenbrand schützen. Manche Produkte können aber langfristig großen Schaden anrichten. In folgendem Artikel erfährst Du, welche Art von Sonnencremes schädlich und welche am besten für Dich und die Umwelt sind.
Kann Sonnencreme schädlich für die Gesundheit sein?
Um sich vor Falten, Sonnenbrand und anderen schädlichen Auswirkungen der in den Sonnenstrahlen enthaltenen UV-Strahlung zu schützen, greifen wir im Sommer zu Sonnencreme. Der darauf angegebene Lichtschutzfaktor soll eine Richtlinie dafür sein, wie lange man in der Sonne sicher ist. Lange Zeit galt hier die Devise: Je höher, desto besser. Das ist eine Annahme, die nicht unbedingt stimmen muss. Für gesunde Haut, ein geringeres Hautkrebs-Risiko und nicht zuletzt für den Umweltschutz, gehört bei Auswahl der Sonnencreme mehr dazu, als nur ein hoher LFS. Mache Cremes können sogar das Krebsrisiko erhöhen.
Was bewirken UV-Strahlen im Körper?
UV-Strahlen sind ultraviolette Strahlen im Sonnenlicht. Ungefähr neun Prozent des Sonnenlichts bestehen aus UV-Strahlung.
Die Strahlen selbst werden in zwei Arten eingeteilt:
- UVA-Strahlen machen 95 Prozent der UV Strahlen aus, besitzen eine Wellenlänge von 320 bis 400 Nanometern und dringen tief bis in die Lederhaut ein. Dort können sie Kollagene beschädigen, was die Hautzellen schneller altern lässt und die Spannkraft beeinflusst. UVA-Strahlen erhöhen auch die Entstehung freier Radikale, wodurch das Risiko für den gefährlichen Hautkrebs steigt. Viele Sonnencremes enthalten daher Antioxidantien, die die gefährlichen freien Radikale gleich vor Ort binden und unschädlich machen können.
- UVB-Strahlen haben eine kürzere Wellenlänge. Mit 280 bis 320 Nanometern sorgen sie für langfristige Bräune, können aber auch Sonnenbrand verursachen. Eine weitere wichtige Aufgabe der UVB-Strahlung ist die Unterstützung der Synthese von körpereigenem Vitamin-D.
Wie funktioniert Sonnenschutz?
Fünf von drei üblichen Sonnenschutzmitteln verfügen nur über einen UVB-Schutz. Das verhindert zwar kurzfristig einen Sonnenbrand, bietet aber keinen ausreichenden Schutz vor Langzeitschäden oder Hautkrebs durch UVA-Strahlen. Vor allem bei kleinen Kindern mit empfindlicher Haut ist UVA-Schutz daher immer Pflicht.
Sonnenschutzmittel können die Haut auf zwei unterschiedliche Arten schützen:
- Chemischer Sonnenschutz: Mithilfe von chemischen Substanzen wird die UV-Strahlung in harmloses Infrarotlicht oder Wärme umgewandelt. Die Moleküle dringen in die Haut ein und bilden mit ihr einen Schutzfilm.
- Mineralischer Sonnenschutz: Schützt man die Haut mit physikalischen Filtern, bleiben diese an der Hautoberfläche haften. Diese Partikel reflektieren und zerstreuen das auftreffende UV-Licht wie kleine Spiegel. Meist werden dafür winzige Titanoxid oder Zink-Oxid Partikel verwendet. Bei einem mineralischen Schutz mit einem sehr hohen Lichtschutz (LSF 30 oder LSF 50) hat die Sonnencreme deswegen eine weiße Farbe und lässt sich oft nur schwer in die Haut einarbeiten.
Chemischer Sonnenschutz ist zwar praktischer in der Anwendung – Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Oxybenzon können aber Hautirritationen und Allergien auslösen. Sie enthalten auch gefährliche Hormondisruptoren, welche die Rezeptoren für wichtige Hormone blockieren können, und wodurch das natürliche Gleichgewicht der wichtigen Botenstoffe gestört wird. Enthaltene Karzinogene können das Risiko von Krebserkrankungen erhöhen. Schwangere, Babys und kleine Kinder sollten besser mit natürlichen, mineralischen (sogenannten physikalischen) Filtern vor der Sonne geschützt werden.
Chemische UV-Filter können aber nicht nur schlecht für den menschlichen Körper sein. Gelangen sie durch Badegäste oder Abwässer ins Meer oder Seen, können sie großen Schaden an Fischpopulationen oder Korallenriffen anrichten. Deswegen hat der Inselstaat Hawaii, mit seinen über acht Millionen Badegästen jährlich, ein Gesetz erlassen, das ab 2021 den Einsatz von Sonnenschutzmitteln mit Inhaltsstoffen wie Oxybenzon verbietet.
Bio-Sonnencreme mit Zusatznutzen
Die meisten Bio-Sonnencremes enthalten mineralische Filter und sind daher längerfristig weniger schadhaft. Aber auch hier solltest Du beim Kauf aufpassen. Sind die Partikel der benutzten Filter kleiner als 100 Nanometer, können sie sehr wohl in tiefere Hautschichten eindringen. Im schlimmsten Fall kann das ebenfalls zu Zellveränderungen führen. Nanopartikel müssen in Europa auf dem Produkt vermerkt werden.
Schützt hoher Lichtschutzfaktor besser?
Das Paradoxe am Sonnenschutz ist, dass vor allem die Sonne selbst der beste Schutz gegen die Auswirkungen davon ist. Je brauner die Haut ist, also je mehr sie das natürliche Hautpigment Melanin produziert, desto weniger schnell bekommt sie einen Sonnenbrand. Melanin kann beim Schutz helfen. Um die Haut schonend auf den Urlaub am Meer vorzubereiten und die Melanin-Synthese in den Hautzellen anzuregen, ist es am besten, schon im Frühling mit kurzen Sonnenbädern zu beginnen. Sanfte Vormittagssonne ist dafür ideal. Pralle Sonne sollte nur in Maßen genossen werden. Für erwachsene Menschen reicht bei verantwortungsvollem Sonnengenuss ein LSF 20 bis 25 völlig aus.
Sonnenbaden mit Köpfchen
Ein Sonnenbrand ist auch eine Art natürlicher Sonnenschutz. Beginnt sich die Haut zu röten, ist das ein Alarmsignal. Durch zu hohen Lichtschutzfaktor fühlt man sich oft sicher und geschützt, obwohl Sonnenschutz viel mehr ist als das Vermeiden von Sonnenbrand. Rotes Gemüse wie Karotten oder Tomaten enthalten Carotinoide, die einen Zellschutz von innen herstellen können. Viele Menschen verwenden Sonnenschutzmittel nur im Urlaub und verzichten zuhause darauf. Dabei ist gerade die empfindliche Gesichtshaut ständiger Sonnenbestrahlung ausgesetzt.
Ist jetzt Sonnencreme schädlich oder hilfreich?
Mineralische Sonnenschutzmittel ohne Nanopartikel sind für den Körper und die Umwelt nicht nachteilig. Bedenklich sind vor allem chemische Substanzen wie Oxybenzon oder Octinoxat. Chemischer Sonnenschutz sollte nicht zu oft benutzt werden.
Du solltest beim Umgang mit der Sonne immer mitdenken und Dich nicht nur auf den LSF verlassen:
- Braune Haut kann Dich vor den schädlichen Folgen der Sonne schützen, trotzdem solltest Du immer rechtzeitig aus der Sonne gehen, sobald es Dir zu heiß wird.
- Oft wird einfach zu wenig Sonnenschutz auf die Haut aufgetragen. “Wasserfest” bedeutet laut Vorschrift nur, dass der UV-Schutz nach zwei zwanzig Minuten langen Bädern zur Hälfte noch vorhanden ist. Schweiß und Wasser lassen die Creme immer nach einiger Zeit verschwinden.
- Damit die chemischen UV-Filter wirken können, sollte der Sonnenschutz immer ungefähr eine halbe Stunde vor dem Sonnenkontakt aufgetragen werden. Mineralische Filter reflektieren die Sonnenstrahlen, sobald sie aufgetragen werden.
- UV-Strahlen können durch Wolken dringen und auch im Schatten solltest Du Dich immer gut mit UV-Filtern oder langer Kleidung schützen.