
Kaffee zählt zu den beliebtesten Genussmitteln und ist für viele Menschen kaum aus ihrer Alltagsroutine wegzudenken. Ob direkt nach dem Aufstehen, im To-Go-Becher auf dem Weg zur Arbeit oder zur Süßspeise am Nachmittag. Das koffeinhaltige Getränk darf für wahre Kaffee-Junkies nicht fehlen. Neben Kaffeeliebhabern gibt es aber auch immer wieder Stimmen, die vor dem Kaffeekonsum warnen. So soll das beliebte Getränk beispielsweise auch Auslöser von Kopfschmerzen sein. Was hinter dieser Aussage steckt, erfährst du in diesem Artikel.
Können Kaffee-Entzug und Kaffee Kopfschmerzen auslösen?
Um das schwarze Gold ranken sich viele Mythen und Halbwahrheiten. Dazu zählt auch die Aussage, dass Koffein im Kaffee prinzipiell Kopfschmerzen und Migräne auslöst. Die tatsächliche Wirkung von Koffein ist sehr komplex und von vielen Faktoren, wie dem generellen Konsum abhängig. Zutreffend ist allerdings, dass der Entzug von Kaffee durch das fehlende Koffein Kopfschmerzen und Migräneattacken verursachen kann. Weitere Symptome vom Kaffee-Entzug sind:
- Müdigkeit
- Muskelschmerzen
- Schwindel
- und Konzentrationsstörungen.
Allerdings kann der Inhaltsstoff Koffein bei bestimmten Arten von Kopfschmerzen und leichter bis mittlerer Migräne auch als Hausmittel gegen den Schmerz verwendet werden. Koffein wirkt selbst wie ein leichtes Schmerzmittel und kann zudem verstärkend auf die Wirkung von Schmerzmitteln wirken. Bestimmte Marken wie ASS und Paracetamol nutzen diese Eigenschaft von Koffein, um die schmerzstillende Wirkung zu verstärken. Die analgetische Wirkung von Kaffee hat also sowohl positive als auch negative Auswirkungen. Wie so oft gibt es zwei Seiten der Medaille.
Wie wirkt Koffein?
Koffein ist in vielen Drinks enthalten. Kaffee, Espresso, koffeinhaltiger Tee (weißer, grüner oder schwarzer Tee) und Energy-Drinks haben je unterschiedlich hohe Mengen an Koffein. Am bekanntesten ist wohl, dass es die Müdigkeit vertreibt. Denn der Konsum von Koffein regt im Körper die Produktion der Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin und Cortisol an, wodurch wir uns wach und energiegeladen fühlen. So kann Koffein im Kaffee zumindest zeitweise dabei helfen, über das Mittagstief hinwegzukommen. Bei ein bis zwei Tassen Kaffee am Tag kann dein Körper durchaus von dieser Wirkung profitieren.
Weniger ratsam ist es hingegen, durchgehend oder zu viele Tassen koffeinhaltiger Getränke zu trinken, denn das Koffein wirkt auch
- säurebildend und kann den Magen-Darm-Trakt gerade bei empfindlichen Menschen stark belasten,
- entwässernd
- und verengend auf bestimmte Blutgefäße im Gehirn.
Außerdem tritt wie bei anderen Genuss- und Lebensmitteln ein Gewöhnungseffekt auf, der auch für die migräneartigen Symptome beim Kaffee-Entzug verantwortlich sein kann. Auch die Dauerausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Co stellt für den Körper eine Belastung dar und kann einen hohen Cholesterinspiegel begünstigen und den Fettabbau hemmen. Zusammenfassend lässt sich also sagen, wenn Kaffee, dann bitte in Maßen. Eine bis zwei Tassen pro Tag sind für einen Erwachsenen normalerweise unbedenklich und können bei Müdigkeit Abhilfe schaffen.
Wenn du zu denjenigen mit säureempfindlichen Magen zählst, gibt es einen einfachen Trick, um die Säure zu lindern. Kardamom wirkt sozusagen als Antipode. Er gleicht die Säure im Kaffee aus. Dafür gibst du lediglich etwas gemahlenes Kardamompulver in deine Tasse Kaffee. Ganze Kardamomkapseln kannst du, leicht zerstoßen, auch direkt in das Kochwasser deiner Bialetti oder Kaffeemaschine geben.
Kaffee als Schmerzmittel? Wann kann das Getränk gegen Kopfschmerzen verwendet werden?
Ein bewährtes Hausmittel bei Kopfschmerzen ist die Mischung von Koffein und Säure. Sie kann bei leichter Migräne, aber auch bei Kopfschmerzen durch zu viel Alkohol helfen. Viele Schmerzmittel setzen auf ebendiesen Wirkmechanismus. Paracetamol besteht beispielsweise aus Koffein und Vitamin C (Ascorbinsäure). Wenn du auf das synthetisch hergestellte Medikament verzichten willst, kannst du diese Mischung auch ganz einfach selbst herstellen.
Dafür brauchst du eine Tasse starken Kaffee, Espresso oder alternativ schwarzen oder grünen Tee und den frisch gepressten Saft einer halben Zitrone. Lass den schwarzen Kaffee kurz abkühlen und gib dann den Zitronensaft dazu und trinke das saure Getränk! Das Vitamin C aus der Zitrone kann die Wirkung des Koffeins verstärken und bringt zudem noch entzündungshemmende Eigenschaften mit. Die saure Zitrone wirkt im Körper zudem basisch und kann damit die Kaffeesäure ausgleichen. Die Zitrone selbst hilft auch gegen den Schmerz. Gerade bei einem Kater hat sich das Getränk schon oft bewährt.
Bei leichten Kopfschmerzen oder leichter Migräne ist meist auch ein Spaziergang an der frischen Luft hilfreich.
Kaffee als Krankmacher: Wann solltest du lieber die Finger von Kaffee lassen?
Gerade bei Koffein gilt: Die Dosis macht das Gift. Wie bei allen Genussmitteln sollte auch Kaffee in Maßen genossen werden, wenn man von der wachmachenden Wirkung profitieren will. Ein Dauerkonsum setzt den Körper nicht nur unter Stress, sondern führt oft auch dazu, dass wir zu wenig Wasser trinken. Das ist doppelt problematisch. Da der Koffeinkonsum bereits zum Entzug von Wasser in unserem Körper führt, sollten wir eigentlich zu jeder Tasse Kaffee mindestens ein Glas Wasser zu uns nehmen. Nicht umsonst servieren viele Kaffeehäuser das Heißgetränk mit einem Glas Wasser. Verzichten wir zugunsten des Kaffees auf das Wasser, kann das schnell zur Dehydrierung führen und ebenfalls Kopfschmerzen begünstigen.
Was den Genuss von Kaffee und Migräne betrifft, herrscht leider Uneinigkeit in der Forschung. Wie oben bereits erwähnt, kann der Kaffee-Konsum leichte Migräneattacken auch lindern. Allerdings hängt das immer von der gewohnten Kaffeedosis ab. Ist diese recht hoch, scheint zumindest das Risiko für die Betroffenen größer zu sein, Migräne zu bekommen. Falls du selbst unter Migräne leidest, solltest du also am besten auf eine hohe tägliche Koffein-Dosis verzichten und unbedingt darauf achten, ausreichend zu trinken.