
Akne ist ein weitverbreitetes Problem. Vor allem in der Pubertät haben sehr viele Jungen und Mädchen mit Hautunreinheiten, Mitessern und Pickeln wie Akne zu kämpfen. Doch auch in anderen Lebensphasen kann sie vorkommen. Wichtig ist bei Akne vor allem die richtige Hautreinigung und -pflege. Im folgenden Podcast beantwortet der Allergologe und Dermatologe Dr. Christian Merkel viele wichtige Fragen zur Pflege von unreiner Haut. Dort erfährst du zum Beispiel, warum es so wichtig ist, einen Hautarzt aufzusuchen, wer von Akne betroffen ist und worauf du beim Kauf von Kosmetika achten solltest.
Warum ist bei Akne die Hautpflege besonders wichtig?
Akne ist die häufigste Hauterkrankung und wird oft leicht unterschätzt. Umgekehrt deutet nicht jeder Pickel gleich auf Akne hin. Bei einer Akne kommt es zur vermehrten Talgproduktion der Haut. Dieser Talg kann oberflächlich zu Verhornungen führen und die Talgdrüsen verstopfen. In der Folge entstehen zunächst weiße oder dunkle Mitesser, auch Komedonen genannt. Wenn diese sich entzünden, bilden sich Pusteln und Pickel.
Vor allem in der Pubertät kennen viele Menschen unreine Haut, Mitesser und Pickel. Das Problem kann aber auch in anderen Altersstufen vorkommen. Meist entsteht Akne dann, wenn es hormonelle Veränderungen gibt. Das ist nicht nur in der Pubertät der Fall, sondern zum Beispiel auch während und nach einer Schwangerschaft oder während der Wechseljahre. Auch Stress, schlechte Ernährung und mangelnde Hautpflege können zur Entstehung der Pickel beitragen.
Wie sieht die richtige Hautpflege aus?
Wenn die Haut Probleme macht, experimentieren viele Betroffene erst einmal selbst herum. Sie kaufen sich unterschiedliche Cremes und Mittelchen und manchmal verschlechtert sich das Hautbild dadurch noch. Der Grund: Die gekauften Produkte sind für die Pflege der unreinen Haut ungeeignet oder nicht selten liegt gar keine echte Akne vor, sondern eine akneähnliche Hauterkrankung. Diese braucht aber eine völlig andere Behandlung und Pflege. Der erste Schritt sollte deshalb zum Hautarzt führen. Dieser untersucht deine Haut und kann eine Aknediagnose stellen. Außerdem sagt er dir, ob du leichte oder schwere Akne hast, und gibt dir Pflegetipps.
Der erste Schritt zu einer reineren Haut ist eine gründliche und regelmäßige Reinigung. Ein- bis zweimal am Tag solltest du ein gutes Reinigungsprodukt wie Schaum oder Reinigungsgel anwenden. Unterstützend zur Reinigung und um zusätzlich dein Hautbild zu verbessern, kannst du zwei- bis dreimal pro Woche ein geeignetes Peeling verwenden. Gut geeignet sind zum Beispiel Peelingprodukte mit Salicylsäure oder Milchsäure. Diese lösen die oberste, verhornte Hautschicht ab und bekämpfen so die Ursache von Pickeln und Mitessern. Achte jedoch darauf, dass die Haut dadurch nicht zu trocken wird!
Tendenziell gilt: Bei echten Hautproblemen solltest du lieber zu Produkten in Apothekenqualität greifen als zu Cremes aus dem Supermarkt oder der Drogerie. Deine Creme und deine Produkte zur Reinigung sollten speziell auf die Bedürfnisse unreiner Haut abgestimmt sein. Sie sollten außerdem frei von Duft- und Farbstoffen, Silikonen und Mineralölen sein. Diese Stoffe könnten sonst die Haut noch mehr belasten und weitere Pickel entstehen lassen.
Tipps für den Alltag bei Hautunreinheiten
Bei schwerer Akne reicht die Pflege alleine vielleicht nicht aus. Dann kann es nötig werden, spezielle Medikamente anzuwenden, die der Hautarzt verschreiben kann. Außerdem können diese Tipps helfen:
- Finger weg von den Pickeln! Ja, die Versuchung ist groß, an einem Pickel herumzudrücken. Doch dadurch wird das Hautbild nicht besser. Im Gegenteil: Auf diese Weise kann sich die Entzündung noch weiter verschlimmern. Statt selbst Hand anzulegen, kannst du hin und wieder eine Kosmetikerin besuchen. Diese versorgt deine Haut und bekämpft die Pickel, ohne weitere Entzündungen zu riskieren.
- Mit Make-up lassen sich Unreinheiten gut abdecken. Gleichzeitig verstopft das Make-up jedoch die Poren noch mehr. Die Folge: noch mehr Mitesser und Pickel, noch mehr Entzündungen und Unreinheiten. Gönne deshalb deiner Haut so oft wie möglich Zeit zum Atmen: Schminke dich ab, sobald du nach Hause kommst, und verzichte an deinen freien Tagen auf Make-up!
- Angeblich ist die Ernährung schuld an unreiner Haut. Hast du so etwas auch schon einmal gehört? Die meisten Aussagen über Ernährung und Pickel sind Mythen. Der einzige Aspekt, der sich bewahrheitet hat, betrifft Zucker und Weißmehlprodukte. Diese Nahrungsmittel lassen den Insulinspiegel im Körper in kurzer Zeit nach oben schnellen. Das kann sich negativ auf die Haut auswirken und Akne verschlimmern. Es kann deshalb helfen, wenn du weniger Süßigkeiten isst.
Generell solltest du bei der Behandlung von Akne Geduld haben. Erst nach frühestens acht Wochen sind deutliche Verbesserungen zu erwarten.