
Galt das Rauchen bis in die 80er Jahre noch als chic und war ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen Lebens, sind wir heute zum Glück um einiges schlauer geworden. Wir alle wissen, dass Rauchen nicht gesund ist und dass die gesundheitlichen Risiken die vermeintliche Coolness bei weitem übertreffen. Allerdings wissen wenige Raucher und Raucherinnen, dass die tägliche Zigarette – neben Lungenschäden und schlechter Haut – auch den Haaren schadet und zu starkem Haarausfall führen kann.
Haarausfall durch Rauchen: Mythos oder Wahrheit?
Um das Rauchen ranken sich viele Mythen, die leider sehr wenig mit der Realität zu tun haben. Das liegt vermutlich auch daran, dass die gesundheitlich negativen Folgen des Tabakkonsums lange Zeit ignoriert wurden. Was das Rauchen so gefährlich macht, sind die zahlreichen Inhaltsstoffe, die an sich oder durch Verbrennung schädlich auf den menschlichen Körper wirken. Neben Teer zählt dazu vor allem das Nikotin, das sich auch in E-Zigaretten befindet. Es wirkt im Körper des Menschen als Nervengift und ist für den Suchtfaktor verantwortlich.
Ein hoher Nikotinkonsum kann die Funktion deiner Schleimhäute schädigen und ein erhöhtes Risiko für unterschiedliche Krebsarten darstellen. Der Stoff kann sich ebenso negativ auf den Blutfluss und den Hormonhaushalt auswirken und damit nicht nur Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern auch Haarausfall begünstigen. Es handelt sich hier also nicht um einen Mythos.
Wenn du unter starkem Haarverlust leidest, solltest du Zigaretten unbedingt meiden und zu einem Arzt gehen. Er kann deine Haarfollikel untersuchen und den Grund für den Haarausfall sowie eine geeignete Behandlung bestimmen.
Wodurch entsteht Haarausfall und welche Formen gibt es?
Haarausfall kann die unterschiedlichsten Ursachen haben und verschiedene Formen annehmen. Zu den Ursachen zählen:
- erbliche Veranlagung
- Durchblutungsstörungen der Kopfhaut
- äußere Umwelteinflüsse
- oder ein Nährstoffmangel.
UV-Strahlung, Hitze und die falsche oder übermäßige Pflege der Haare können ebenso zu Haarverlust führen wie ein Nährstoffmangel durch eine ungesunde Lebensweise und Ernährung. Der häufigste Grund für den Haarverlust liegt jedoch in unseren Genen.
Genetisch bedingter Haarausfall (Androgene Alopezie) zeigt sich bei Männern zunächst durch die typischen kahlen Stellen über den Schläfen, die Geheimratsecken, kann aber bis zur Glatze führen. Bei diesem Haarausfall verkümmern die Haarfollikel über einen längeren Zeitraum, bis sie ganz absterben. Ohne Haarfollikel können an diesen Stellen keine neuen Haare mehr wachsen. Schuld daran dürfte eine Überempfindlichkeit gegen einen Abbaustoff des männlichen Hormons Testosteron sein. Nicht nur Männer, sondern auch Frauen können von diesem Haarausfall betroffen sein. Das gilt vor allem bei einem starken Hormonwechsel nach einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren. Daneben gibt es noch den kreisrunden Haarausfall und den diffusen Haarausfall, die beide seltener auftreten.
Warum begünstigt Rauchen Haarausfall?
Für gesundes und volles Haar sind gesunde Haarwurzeln und eine gute Durchblutung der Haut essentiell. Jeder Raucher weiß, dass Rauchen die Blutgefäße verengt und somit zu einer schlechteren Durchblutung führt. Das hat Auswirkungen auf die Gesundheit des gesamten Körpers, also auch deiner Haut und Haare. Kalte Hände und Füße sind nur die ersten Anzeichen für die verengten Blutgefäße. Neben den Händen wird die Kopfhaut immer schlechter durchblutet. Wenn die Haarwurzel nicht gut mit Nährstoffen und Sauerstoff aus dem Blut versorgt wird, wachsen deine Haare viel langsamer, brechen schneller und fallen vermehrt aus. Das Risiko für Haarausfall steigt also.
Ein weiteres Problem am Rauchen ist das Nikotin. Es kann gerade bei starken Rauchern die Wahrscheinlichkeit für genetisch bedingten Haarausfall verdoppeln. Auch hier heißt es also, die Dosis macht das Gift. Je mehr und je länger du rauchst, desto höher ist das Risiko für Haarausfall.
Hinzu kommt noch, dass das Rauchen deine Hormone beeinflusst, denn Nikotin kann den Östrogenspiegel bei Frauen senken. Östrogene sind jedoch entscheidend für das Haarwachstum.
Für deinen Körper bedeutet Rauchen immer Stress. Jedes Mal, wenn du dir eine Zigarette anzündest, ist er damit beschäftigt, die Giftstoffe abzubauen. Dadurch kannst du viel weniger Vitamine und Nährstoffe für die Haare aus deiner Ernährung aufnehmen.
Was kannst du gegen Haarausfall durch Rauchen tun?
Das Beste, was du für dein Haar und deine Gesundheit tun kannst, ist mit dem Rauchen aufzuhören. Das hört natürlich kein Raucher gerne, aber das Aufhören ist das effektivste Mittel gegen die schädlichen Folgen. Wer die Finger gar nicht vom Glimmstängel lassen kann, sollte wenigstens vorbeugend auf einige Dinge achten, um Haar und Gesundheit zu stärken. Dazu zählt:
- eine möglichst gesunde Lebensweise: Versuche, zusätzlichen Stress für deinen Körper und Geist möglichst zu vermeiden und achte auf ausreichend Bewegung im Alltag, das fördert die Durchblutung.
- eine gesunde und ausgewogene Ernährung: Gerade als Raucher solltest du auf deine Ernährung achten und dafür sorgen, dass dein Körper genug Vitamine und Nährstoffe bekommt. Obst und Gemüse mit viel Vitamin C und Vitamin E sind besonders wichtig für Haut und Haar. Beim Rauchen kann es sich lohnen, die Vitamine durch Nahrungsergänzungsmittel zu substituieren, um die Haare zu stärken.
- ein guter Wasserhaushalt: Rauchen wirkt austrocknend auf den Körper, deshalb solltest du viel Flüssigkeit zu dir nehmen.