
Das Menschsein ist eine unaufhörliche Suche nach dem Ich. Wer bin ich? Was kann ich? Wie nehmen mich andere wahr? Selbstwahrnehmung hat einen großen Stellenwert in unserem Leben. Ein verzerrtes Selbstbild erschwert die Suche nach dem Ich. Wir erklären dir, wie eine falsche Selbstwahrnehmung zustande kommt und wie man sie erkennen kann. Außerdem geben wir dir Tipps für eine ausgeglichene Selbsteinschätzung.
Was ist eine falsche Selbstwahrnehmung?
Selbstwahrnehmung bedeutet das Wahrnehmen der eigenen Person. Zusammen mit der Selbstbeobachtung ist sie für die eigene Bewusstseinsbildung und für das Selbstbewusstsein unentbehrlich. Man kann sich selbst nur bewusst sein, wenn man seine Gefühle einordnen kann und seine Fähigkeiten richtig einschätzt.
Selbstwahrnehmung heißt, sich selbst zu kennen, zu wissen, wo die Stärken und Schwächen sind und zu verstehen, wie man auf andere wirkt. Der Gegenbegriff ist die Fremdwahrnehmung. Damit ist die Wahrnehmung des Selbst durch andere gemeint. Falsche Selbstwahrnehmung ist eine Wahrnehmung seiner selbst, die nicht der Wirklichkeit entspricht. Das Selbstbild ist verzerrt, da eigene Fähigkeiten entweder grob überschätzt oder unterschätzt werden. Von einem verzerrtem Eigenbild ist auch die Rede, wenn die eigene Wirkung auf andere Menschen nicht richtig eingeschätzt wird. Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung stimmen in dem Fall also nicht überein.
Wie entsteht eine verzerrte Selbstwahrnehmung?
Ursachen für Störungen in der Selbstwahrnehmung sind unter anderem unerreichte Ideal- bzw. Wunschbilder. Betroffene haben eine konkrete Vorstellung davon, wie sie sein möchten und wie andere sie wahrnehmen sollen. Diese Vorstellung entspricht allerdings nicht der Realität. Da Betroffene Angst davor haben, sich das einzugestehen, entwickeln sie eine Art Scheinrealität. Bestimmend ist die Furcht davor, nicht zu genügen und die Erwartungen anderer nicht zu erfüllen.
Eine falsche Wahrnehmung der eigenen Person kann zu sozialer Ausgrenzung und psychischen Problemen, wie z. B. Depressionen, führen. Die Fähigkeit der richtigen Selbsteinschätzung ist immens wichtig für ein erfülltes und ausgeglichenes Leben.
Woran erkennt man ein verzerrtes Selbstbild?
Ein verzerrtes Selbstbild lässt sich anhand einiger Faktoren erkennen.
- Ein klassisches Anzeichen ist das Gefühl, von anderen missverstanden zu werden. Betroffene wirken nicht so auf andere, wie sie es gerne tun würden. Es herrscht also eine auffällige Diskrepanz zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung.
- Ein weiteres Anzeichen ist, wenn man seine Person nicht richtig einschätzen kann. Eigene Fähigkeiten werden also entweder maßlos überschätzt oder unnötig unterschätzt.
- Gleiches gilt, wenn man sich seine Schwächen und Mängel nicht eingestehen kann. Auf der anderen Seite gibt es auch Menschen, die sich ständig nur auf ihre Mängel konzentrieren und sich selbst damit runterziehen.
- Das Gefühl von Unzulänglichkeit bzw. nicht auszureichen wegen körperlicher oder geistiger Merkmale ist ebenso ein Zeichen von mangelnder Selbstwahrnehmung.
Tipps für eine ausgeglichene Selbstwahrnehmung
Die folgenden Tipps helfen dir, dich zu beobachten, zu reflektieren und dein Selbstbewusstsein zu stärken.
- Reflektiere dich bewusst selbst! Was sind deine Stärken? Woran musst du noch arbeiten? Was ist deine Leidenschaft? Welche Leistung erwarte ich von mir?
- Stecke dir realistische Ziele! Unerreichbare Ziele können frustrierend sein. Verfolge kleine Ziele, die du auch erreichen kannst! Lass dir genügend Zeit! Schritt für Schritt kannst du dich weiterentwickeln.
- Führe ein Tagebuch! Schreibe alle Dinge rein, die dich beschäftigen! Das Führen eines Tagebuchs ist eine gute Übung, um sich täglich mit den eigenen Gedanken und Gefühlen auseinanderzusetzen.
- Lass deine Emotionen zu! Horche in dich hinein und lasse positiven wie negativen Emotionen freien Lauf! Was fühlst du? Warum fühlst du so? Was verletzt dich? Was bereitet dir Freude?
- Kommuniziere mit anderen Menschen! Sei aufmerksam im Umgang mit anderen! Bitte vertraute Personen um ihre ehrliche Einschätzung deiner Stärken und Schwächen! Vergleiche ihr Bild von deiner Person mit deinem Bild von dir!
- Probiere es mit Meditation! Bei der Meditation konzentrierst du dich ganz auf dich und lernst deine Innenwelt kennen!
Die Verbesserung der Selbstwahrnehmung ist ein essentieller und unverzichtbarer Teil der Selbstfindung!