
Mutig sein kann vieles bedeuten. Genauso wie Angst steckt in jedem Menschen auch die Fähigkeit, diese Angst zu überwinden. Es ist ein großer Irrglaube, dass derjenige mutig ist, der gar keine Furcht verspürt. Mut zeigt man, indem man seine Komfortzone verlässt und sich seinen Ängsten stellt. In diesem Beitrag verraten wir dir, wie du Mut trainieren kannst.
Was bedeutet mutig sein?
Mut ist für viele von uns eine erstrebenswerte Charaktereigenschaft. Wir alle wollen mutiger sein und uns mehr zutrauen. Auf Englisch wird Mut mit „Courage“ übersetzt. Die Wurzel von „Courage“ ist das lateinische Wort „Cor“, das „Herz“ heißt. Mit mutig leben ist also gemeint, dem Herzen zu folgen und das zu machen, was das Innere sagt.
Das Herz sehnt sich nach dem Neuen, dem Risiko, der Selbstverwirklichung, doch der Verstand hält uns zurück. So malen wir uns tausend Szenarien aus, was alles schief gehen könnte. Wir füttern unsere inneren Ängste, bis sie unser Leben zum Teil bestimmen.
Was ändert sich, wenn du mutig bist?
Wie bereits erwähnt bedeutet mutig sein, trotz Angst etwas zu wagen. Mutige Menschen nehmen ihr Leben selbst in die Hand und gehen dabei bewusst Risiken ein. Sie gehen keineswegs furchtlos vor, sondern stellen sich den möglichen Gefahren. Sie erkennen und spüren ihre Ängste, handeln aber dennoch: Und genau das ist die Definition von Mut. Um mutiger zu werden, musst du als Erstes deine Ängste wahrnehmen. Nur dann kannst du dich ihnen stellen.
Wer etwas wagt, geht natürlich immer das Risiko ein, verletzt zu werden oder zu scheitern. Trotzdem heißt es bekanntlich: Wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Wenn du Mut zeigst, wirst du viel mehr aus dir und deinem Leben machen können, da du dich vor nichts und niemandem versteckst. Du wirst zum alleinigen Bestimmer, zum unabhängigen Protagonisten deines Lebens.
Warum ist es so wichtig, mutig zu sein?
Der berühmte antike Staatsmann Perikles sagte einst, dass das Geheimnis des Glücks in der Freiheit liegt, und das Geheimnis der Freiheit wiederum im Mut. Wer sich in gewissen Situationen mehr traut, kann sich viel freier entfalten. Natürlich kann man nicht immer mutig sein. Manchmal ist das Gefühl von Unsicherheit und Angst so stark, dass man es einfach nicht schafft, aus sich herauszukommen.
Du solltest dir aber keineswegs selber Druck machen. Es ist kein Zeichen von Schwäche, Angst zu verspüren und sich davon hemmen zu lassen. Wichtig ist, dass du dein Verhalten reflektierst und versuchst, an dir zu arbeiten. Mut trainieren ist ein langwieriger Prozess. Sogar von Natur aus selbstbewusste mutige Menschen haben Phasen, in denen sie sich ängstlich und unsicher fühlen. Rückschlage gehören zu deinem Lernprozess dazu. Merke dir allerdings eins: Wenn du etwas wagst, wirst du immer etwas gewinnen! Auch eine schmerzhafte Erfahrung ist ein Gewinn bzw. eine Bereicherung, da sie dir wichtige Erkenntnisse über dich und dein Leben liefert.
So viele Gelegenheiten, uns mehr und mehr zu entfalten, lassen wir an uns vorbeiziehen, da wir es nicht schaffen, unsere Ängste zu überwinden. Unsere Selbstzweifel hindern uns an unserer Selbstentfaltung. Mut kann dich in allen Lebenslagen weiterbringen: im Job und vor allem auch in der Liebe. Indem du mutig bist, kannst du endlich das erreichen, was du dir von Herzen wünschst.
Wie äußert sich Mut?
Mut äußert sich bei jedem Menschen unterschiedlich. Während sich die einen stark überwinden müssen, um beispielsweise eine fremde Person anzusprechen, fällt es manch anderen wesentlich leichter, offen auf andere zuzugehen. Wenn du in dich hineinfühlst, wirst du merken, in welchen Situationen dir manchmal etwas Mut fehlt.
Wichtige Entscheidungen erfordern meist besonders viel Mut, die alles andere als leicht aufzubringen ist, ganz besonders, wenn dein Handeln große Veränderungen mit sich bringen kann. Doch gerade bei wichtigen Dingen solltest du auf dein Bauchgefühl vertrauen. Wenn es z. B. um einen Jobwechsel oder einen Umzug geht, kann Mut dir die Türe für wunderbare Erfahrungen öffnen. Mutig sein heißt in dem Fall, wenn es sich richtig anfühlt, den Schritt ins Ungewisse zu wagen und sich vom Gewohnten freizumachen und loszulösen.
Wie wird man mutiger?
Mutig sein lässt sich lernen und trainieren. Ganz essentiell ist, immer wieder über den eigenen Schatten zu springen. Wenn du merkst, dass du deine Komfortzone verlässt, solltest du auf alle Fälle dranbleiben. Auch wenn es anfangs schwerfällt, solltest du nicht aufgeben. Je öfter du dich etwas traust, was du dich für gewöhnlich eigentlich nicht getraut hättest, wirst du immer mehr Mut entwickeln. Mit der Zeit werden dir viele Dinge, die dir einst schwerfielen, immer leichter fallen. Folgende Tipps helfen dir dabei, mutiger zu werden:
- Gehe kleine Schritte! Je nachdem, wo deine Komfortzone liegt, solltest du sie langsam erweitern! Wenn du z. B. schreckliche Angst davor hast, vor anderen Menschen zu sprechen, solltest du dir auch nicht gleich vornehmen, eine Rede für 10.000 Leute zu halten. Am Anfang würde es reichen, wenn du z. B. vor 10 Personen sprichst. So ist es mit allem, was du dir vornimmst: Gehe es langsam an und du wirst kleine Erfolge verzeichnen können, die dein Selbstbewusstsein stärken!
- Mache jeden Tag etwas Mutiges! Ob kurzer Smalltalk mit einem Fremden, Tanzen in der Öffentlichkeit oder einen Sprung vom 5-Meterbrett im Freibad: Alles was dich Überwindung kostet, wird dich in deiner Entwicklung nach vorne bringen.
- Lass dich nicht von Misserfolgen herunterziehen! Denke nicht an alte Rückschläge oder an Situationen, wo du etwas feige warst! Alles, was du erlebt hast, gehört zu dir und ist wichtig für deine Entwicklung.
- Konzentriere dich auf das Hier und Jetzt! Nur weil früher etwas nicht nach Plan gelaufen ist, heißt es nicht, dass es zukünftig genauso sein wird. Misserfolge wirst du so oder so nicht vermeiden können. Wenn du lernst, alles von zwei Seiten zu betrachten, kannst du auch in Negativem etwas Positives finden.
- Achte auf deine Körpersprache! Mach dich groß, stehe aufrecht und halte Augenkontakt mit deinen Mitmenschen! Genauso wichtig sind deine Mimik und dein Tonfall. Lautes, klares Sprechen lässt dich präsenter und selbstbewusster erscheinen.
- Mach dich von nichts und niemandem abhängig! Besonders in Partnerschaften kann eine Abhängigkeit gefährlich werden, da sie dir einen großen Teil von deiner Freiheit nimmt. Wer sich von seinem Partner oder seiner Partnerin abhängig macht, führt kein selbstbestimmtes Leben mehr. Abhängigkeit kann so weit führen, dass man an etwas festhält, obwohl man schon lange nicht mehr richtig glücklich ist. Ist es erst mal zu einer Abhängigkeit gekommen, erfordert es eine Menge Mut und auch viel Kraft, um sich daraus wieder befreien zu können. Neben einer unglücklichen Beziehung lässt sich als ein weiteres Beispiel auch ein langjähriger Job nennen, dem man eigentlich nur noch aus Gewohnheit nachgeht. Hinterfrage bei allem, was du tust, ob dich das wirklich mit Freude erfüllt!
- Sieh in Veränderungen die Chance auf dein Glück! Damit du dich weiterentwickeln kannst, musst du Risikos eingehen. Sei nicht zu verkopft und nutze die Chancen, die dir das Leben gibt! Später wirst du verpassten Chancen möglicherweise nachtrauern. Bereuen wirst du nämlich nur das, was du aufgrund von Angst nicht gewagt hast.
Was hilft im Umgang mit Angst?
Nachdem du akzeptiert hast, dass Angst etwas völlig Normales ist, geht es im nächsten Schritt darum, den richtigen Umgang damit zu lernen. Helfen können dir folgende Tipps:
- Schreibe deine Ängste auf! So kannst du sie dir vor Augen führen. Überlege dir, welche Zweifel in dir schlummern! Du wirst merken, dass viele Sorgen deiner blühenden Phantasie geschuldet und eigentlich unbegründet sind.
- Sorge für körperliche Entspannung! Angst löst Anspannung aus. In überfordernden Situationen solltest du in Ruhe atmen und deinen Körper entspannen. Atme tief in deinen Bauch und lasse deine Muskeln locker! Dadurch entspannt sich nicht nur dein Körper, sondern auch dein Geist.
- Wandle negative Gedanken in positive um! Deine Gedanken bestimmen deine Zukunft mit. In erster Linie hemmen dich Zweifel daran, mutig zu sein. Wenn du deine Zukunft mit positiven Bildern füllst, wirst du mehr Energie und Vertrauen spüren. Statt zu denken, was alles schieflaufen könnte, solltest du lieber davon ausgehen, dass sich alles zum Guten wendet.
- Sprich dir gut zu! Positive Affirmationen wie „Ich schaff das schon“, „Ich habe nichts zu verlieren“ oder „Es wird alles gut“ können Großes bewirken. Damit kannst du dir Zuversicht, Hoffnung und vor allem Mut schenken.