
Die Affirmation gilt als eine der mächtigsten und effektivsten Techniken des Mentaltrainings. Doch was sind Affirmationen genau? Welche Wirkung haben sie auf unser Verhalten? In diesem Beitrag klären wir dich über die grenzenlose Kraft positiver Gedanken auf.
Begriffserklärung: Was sind Affirmationen?
Eine positive Affirmation ist eine bejahende Aussage, die über einen längeren Zeitraum immer wieder wiederholt wird. Affirmationen sind sehr einfache, klare und positive Sätze. Der Begriff geht auf das lateinische Wort affirmatiō zurück, was so viel wie „Versicherung“ bzw. „Beteuerung“ bedeutet. In unserem Lebensalltag affirmieren wir fast pausenlos negativ. Wenn wir unseren Gedanken freien Lauf lassen, neigen sie dazu, sich auf Probleme zu konzentrieren und sie zu verstärken. Bewusst formulierte Aussagen helfen dabei, sich auf das Positive zu konzentrieren und dadurch glücklicher zu leben.
Bereits seit dem 19. Jahrhundert wird davon ausgegangen, dass positives Denken das Wohlbefinden stärkt. Der amerikanische Heilpraktiker und Schriftsteller Phineas Parkhurst Quimby war einer der ersten, der sich mit den Folgen negativen Denkens beschäftigt hat. Auf die Wirkung von positiven Formulierungen machte im 20. Jahrhundert die Autorin Louse. L. Hay aufmerksam. Der vor einigen Jahren erst verstorbenen amerikanischen Schriftstellerin zufolge übernimmt man durch das bewusste Wählen positiver Worte Verantwortung über das eigene Leben. Um genauer zu sein, sorgt man so dafür, dass einschränkende Gedankenmuster zu einem Großteil losgelassen werden können. Um positive Affirmationen anzuwenden, musst du also erstmal deine Wertvorstellungen hinterfragen und an dir arbeiten. Durch das Reflektieren individueller Werte erweiterst du deinen geistigen Horizont und lernst, dich, deine Wünsche und Träume besser kennen.
Was bewirken positive Affirmationen?
Positive Affirmationen sind ein Werkzeug der Autosuggestion, die auf den Franzosen Emil Coué zurückzuführen ist. Die kurzen Glaubenssätze werden wiederholt leise oder laut ausgesprochen. Sie verfolgen den Zweck, dein Unterbewusstsein neu zu strukturieren und positiv zu polen.
Wenn man sich selbst gut zuredet, wird das Unterbewusstsein mit bestimmten Informationen versorgt. So können Blockaden gelöst und festgefahrene Gedankenstukturen durch befreiende Gedankenmuster ersetzt werden. Positive Affirmationen beeinflussen unsere Gedanken und unser Verhalten maßgeblich. Durch das Stärken unseres Selbstbewusstseins bewirken sie, dass wir uns beruflich wie persönlich verwirklichen können.
So kommen wir dem Erreichen unserer Ziele und Wünsche immer näher. Positive Gedanken haben eine grenzenlose Kraft, die uns von innen heraus antreibt. Unsere Gedanken und Worte schaffen unsere Realität. Durch das Austauschen von negativen Glaubenssätzen durch positive Gedanken verändern wir unsere Wahrnehmung, unser Empfinden und Verhalten. Positive Affirmationen regen das Belohnungszentrum deines Gehirns an und stärken deine Selbstliebe. Des Weiteren helfen sie beim Umgang mit Stress. Der Glaubenssatz „Jeder Tag bereichert mich mit neuen Erfahrungen und Erkenntnissen“ statt „Heute war ein schlechter Tag“ kann in schwierigen Phasen Trost schenken und den Blick gezielt nach vorne lenken. Das bedeutet nicht, dass Negatives verdrängt werden muss. Vielmehr soll Zuversicht und Hoffnung in herausfordernden Lebensphasen wichtigen Halt geben.
Was sind Beispiele für positive Affirmationen?
Du solltest wissen, dass positive Affirmationen dich in allen Bereichen deines Lebens unterstützen können. Ob im Privatleben oder in der Berufswelt – positive Glaubenssätze verleihen dir Mut und schenken dir Vertrauen. Allgemeine Beispiele sind:
- Ich liebe mich so, wie ich bin.
- Ich bin dankbar für alles, was ich habe.
- Ich schätze alle Menschen, die mich auf meinem Lebensweg begleiten.
- Ich bin stark und mutig.
- Ich bin offen für Veränderungen.
- Ich bin glücklich.
- Ich verdiene Erfolg und Zufriedenheit.
- Ich habe Vertrauen in meine Fähigkeiten.
- Ich übernehme Verantwortung für mein Handeln.
- Jeden Tag komme ich meinen Wünschen und Zielen näher.
- Ich achte auf meine Gesundheit.
- Ich kann alles schaffen.
- Ich bin überzeugt davon, dass ich meine Ziele erreiche.
- Am Ende wird alles gut.
- Das Leben erfüllt mich mit Liebe.
- Ich fühle mich wohl in meinem Körper.
- Ich akzeptiere die Dinge, wie sie sind.
- Ich habe Spaß am Leben.
Wie wähle ich die richtigen Affirmationen aus?
Positive Affirmationen können individuell gewählt werden. Die Hauptsache ist, dass sie dir ein wohliges Gefühl geben und du dich mit ihnen identifizierst.
- Bei der Auswahl solltest du dir überlegen, welche Themen dich beschäftigen. Wähle deine Sätze so, dass sie dir Vorfreude bereiten und Zuversicht geben! Verstärke die gewählten Sätze durch ermutigende und erfreuende Details!
- Achte auf die Formulierung deiner Affirmation! Entscheide dich für die Formulierung, die dein Bauchgefühl dir sagt!
- Um dein Unterbewusstsein umzuprogrammieren, ist auf die richtige Formulierung großer Wert zu legen. Der Glaubensatz darf nicht aus der Luft gegriffen sein. Er sollte Glauben schenken und dir nicht Lügen einreden. Wenn du z. B. krank bist, ist „Ich werde wieder gesund“ deutlich effektiver als „Ich bin gesund“.
- Merke: Die richtige Auswahl ist entscheidend. Vermeide dabei Verneinungen und benutze lieber Bejahungen! Benutze z. B. statt „Ich werde bald nicht mehr unattraktiv sein“ „Ich bin so, wie ich bin, attraktiv". Bejahungen vermitteln deinem Unterbewusstsein eindeutige Botschaften.
- Empfehlenswert sind kurze prägnante Ich-Sätze in der Gegenwart. Natürlich passt das nicht zu jedem. Wer beispielsweise unter seinem Übergewicht leidet, wird „Ich bin schlank und sportlich“ als realitätsfremd empfinden. Deswegen solltest du eine Formulierung finden, die positiv und motivierend wirkt. Als Beispiel gilt „Jeden Tag werde ich ein bisschen schlanker und sportlicher.“ Auf diese Weise gibst du Selbstzweifeln keinen Raum mehr und konzentrierst dich auf den stetigen Prozess.
Wie wendet man positive Affirmationen an?
Wir geben dir hilfreiche Tipps für wirksame positive Affirmationen:
- Schaffe eine Routine! Affirmationen wirken am effektivsten, wenn man sie regelmäßig anwendet. Übung macht den Meister. Geduld ist gefragt. Von dem einen auf den anderen Tag wird sich dein allgemeines Lebensgefühl nicht verbessern. Wiederholungen sind der Schlüssel zum Erfolg. Mache Affirmationen beispielsweise zum Teil deiner Morgenroutine! Wenn du positive Aussagen jeden Morgen vor dem Spiegel sprichst und dich dabei anschaust, kann dir das den nötigen Elan für deinen Alltag bzw. das Bewältigen kommender Aufgaben geben.
- Positive Affirmationen sind besonders hilfreich in herausfordernden Situationen. Wenn du dich überfordert fühlst, solltest du tief durchatmen und dann deine Affirmationen entweder laut oder nur in Gedanken sprechen.
- Verbinde Affirmationen mit positiven Gefühlen! Vorfreude und Dankbarkeit verstärken die Wirkung. Mache dir bewusst, wie schön dein Leben ist! Je intensiver die Vorfreude auf kommende Zeiten und Erlebnisse empfunden wird, desto besser können Affirmationen ihre volle Wirkung entfalten. Dankbarkeit ist ebenso essenziell für ein glückliches Leben. Sei dankbar für alles, was du hast, was du bist und welche Möglichkeiten dir das Leben bietet!
- Wenn es dir schwerfällt, abzuschalten und den Kopf frei zu kriegen, solltest du dir auf alle Fälle regelmäßig Zeit für pure Entspannung nehmen! Auch nichts tun soll gelernt sein! Ein Erholungsbad, eine Massage oder beruhigende Musik können dir dabei helfen, zur Ruhe zu kommen und all den ratternden Gedanken eine Pause zu geben.
- Verknüpfe die Worte auch mit Bildern! Visualisiere sie und stelle dir möglichst bildhaft vor, was du dir tief im Inneren wünschst! So prägen sich die Worte stärker in dein Unterbewusstsein ein. Schreibe sie auf! Niedergeschrieben werden sie noch realer und greifbarer. Als Beispiel kannst du die Merksätze auf ein Post-it schreiben und dorthin kleben, wo du sie oft siehst, wie auf deinen Kühlschrank oder auf deine Zimmertür.
- Denke immer wieder an deine Glaubenssätze! Vor allem in schwierigen Situationen solltet du dir deine Werte vor Augen führen. Dafür ist es notwendig, dass du dich mit deinen Glaubenssätzen identifizierst und sie zu dir passen.
- Unterdrücke negative Gedanken nicht! Affirmationen sollen negative Gedanken nicht komplett vertreiben, sondern lediglich den Raum für ein positives Mindset schaffen. Lass negative Gefühle ruhig zu! Versuche trotzdem, optimistisch zu bleiben und daran zu glauben, dass sich letztendlich alles zum Guten wendet!