
Bestimmt hast du auch schon mal das Gefühl der Übelkeit erlebt. Ein flauer Magen, Magenschmerzen und leichter Schwindel treten oft gemeinsam mit dem unangenehmen Gefühl auf. In diesem Artikel verraten wir dir, wie du die Beschwerden mit einem einfachen Hausmittel wieder loswerden kannst und warum dir Pfefferminztee, Kamillentee oder Ringelblumentee helfen können.
Warum ist Tee das beste Hausmittel gegen Übelkeit und Erbrechen?
Eine Tasse warmer Tee ist eine wahre Wohltat für Körper und Seele. Mit den richtigen Heilpflanzen zubereitet kann das praktische Hausmittel schnell den flauen Magen vertreiben. Die natürlichen Kräuter und Pflanzen wirken sanft und schonend auf unseren Körper. Im Gegensatz zu Schmerzmitteln sind sie auch für Kinder und Frauen in der Schwangerschaft geeignet. Achte darauf, den Tee nicht zu heiß zu trinken, um deinen Magen-Darm-Trakt nicht zusätzlich zu reizen. Verzichte am besten so lange auf feste Nahrung, bis sich dein Magen wieder beruhigt hat.
Ein weiterer Vorteil des Teetrinkens: Es versorgt dich schnell mit Flüssigkeit. Das ist extrem wichtig. Gerade dann, wenn neben der Übelkeit noch Erbrechen oder Durchfall auftreten, solltest du darauf achten, viel zu trinken. Drei Liter Wasser oder Tee sind das Minimum. Denn bei Durchfall oder Erbrechen verliert dein Körper sehr viel Wasser und das Risiko, zu dehydrieren, steigt.
Wenn du unter akutem Durchfall leidest, kann es auch helfen, etwas Salz in deine Tasse Tee zu geben. So kannst du deine Elektrolyte wieder auffüllen. Ein weiteres gutes Hausmittel bei Erbrechen und Durchfall ist eine klare Brühe. Sie hat dieselbe Wirkung wie das Salz. Gegen Durchfall hilft auch geriebener Apfel, den man eine Zeit lang stehen lässt, sodass er braun wird.
Wenn sich deine Beschwerden nach drei Tagen nicht bessern oder sich die Symptome sogar verschlimmern, solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen.
Fenchel- und Kamillentee: die klassischen Hausmittel bei Magen-Darmbeschwerden
Fenchel und Kamille zählen zu den effektivsten Heilpflanzen bei Unwohlsein. Die ätherischen Öle haben eine beruhigende Wirkung auf den Magen-Darm-Bereich. Sie helfen auch das Völlegefühl nach einem deftigen Essen zu vertreiben und können Blähungen oder Sodbrennen und andere Verdauungsbeschwerden lindern.
Für eine Tasse Tee brauchst du:
- drei Gramm getrocknete Kamillenblüten oder Fenchel
- und kochendes Wasser
Lass den Kamillentee oder Fencheltee am besten zehn Minuten zugedeckt ziehen und dann noch kurz abkühlen, bevor du ihn trinkst. Kamille und Fenchel haben von Natur aus einen süßlichen Geschmack und schmecken auch Kindern oft ohne, dass sie gesüßt werden müssen. Achte besonders beim Kauf von Kamillentee auf ein hochwertiges Produkt in Bio-Qualität! So kannst du sichergehen, dass für den Kamillentee nur echte Kamille ohne Beimengung von getrockneten Blättern verwendet wird.
Pfefferminztee: das Allround-Talent
Auch Pfefferminztee ist ein beliebtes Hausmittel gegen unterschiedlichste Beschwerden und bei Kindern wie Erwachsenen sehr beliebt. Egal ob Kopfschmerzen, Migräne, Erkältung oder Erbrechen – das Hausmittel lässt sich vielseitig verwenden. Das in der Pfefferminze enthaltene Menthol wirkt anregend auf Körper und Geist und kann den Brechreiz lindern. Gleichzeitig wirkt der Pfefferminztee entspannend auf den Darm und kann somit Krämpfe und Bauchschmerzen lindern. Eine ähnliche Wirkung hat ein Tee aus Ingwer oder Melisse.
Wichtig: Bei krampfartigen Beschwerden oder in der Schwangerschaft solltest du jedoch sparsam in der Dosierung von Pfefferminze, Minze und Ingwer sein. Das Menthol und die starken ätherischen Öle könnten deine Magenschleimhaut sonst zu sehr reizen oder frühzeitige Wehen auslösen.
Natürlich musst du auch während einer Schwangerschaft nicht auf die wohltuende Wirkung der Pfefferminze verzichten. Verwende anstatt Pfefferminztee einfach Pfefferminzöl! Da Übelkeit auch über unseren Geruchssinn gesteuert wird, können Gerüche, die dem entgegenwirken, ebenfalls helfen. Wenige Tropfen Pfefferminzöl auf deinen Schläfen oder auf einem Tuch zum Riechen können bereits helfen, Übelkeit vorzubeugen oder zu verringern. Gleichzeitig wirkt das Pfefferminzöl wie ein Frische-Kick auf deinen Geist und kann dich wacher und konzentrierter machen.
Ringelblume und Käsepappel: die vergessenen Hausmittel bei Übelkeit
Weitere Hausmittel aus der Natur sind die Ringelblume und Käsepappel. Auch wenn diese Heilpflanzen heute etwas in Vergessenheit geraten sind, sind sie nicht weniger effektiv als Pfefferminze und Kamille.
Für die Anwendung gegen Übelkeit und Erbrechen werden die Früchte der Käsepappel verwendet. Die rot-braunen Früchte erinnern ein wenig an winzige Brotleibe. Besonders in der europäischen Naturheilkunde gilt sie seit jeher als natürliches Mittel zur Behandlung von Magen-Darm-Problemen. Für einen Tee übergießt du einen Teelöffel der getrockneten Früchte mit einem Liter kochendem Wasser.
Auch der beruhigenden und krampflösenden Wirkung der Ringelblume wird außer in Salben zur äußeren Anwendung kaum Beachtung geschenkt. Dabei ist die Ringelblume ebenso effektiv wie die ätherischen Öle im Pfefferminzöl. Für einen Tee gegen Unwohlsein brauchst du drei Esslöffel Ringelblumenblüten und einen Liter Wasser. Lass das Wasser aufkochen und kurz abkühlen, bevor du es über die Blüten gießt! Nach fünf bis acht Minuten Ziehzeit kannst du deinen Tee genießen.
Übelkeit: Was sind die Ursachen?
Unwohlsein und Übelkeit, begleitet von Erbrechen oder Durchfall, sind zwar sehr unangenehm, erfüllen aber oft auch eine nützliche Funktion in unserem Körper. Das Gefühl der Übelkeit entsteht, wenn unser Brechzentrum im Gehirn aktiviert wird. Das Brechzentrum steht in ständigem Kontakt mit unserem Kleinhirn, unserem Magen-Darm-Trakt und unseren Gleichgewichtsorganen. Zusätzlich erhält es Informationen über unseren Geruchssinn und unser Blut. Das ist auch der Grund dafür, weshalb Menschen von unangenehmen Gerüchen oft schlecht wird.
Ist das Gefühl der Übelkeit zu stark, äußert sich das körperlich: Unser Brechreflex wird ausgelöst und wir müssen uns übergeben. Dieser natürliche Schutzreflex ist durchaus gut und sinnvoll, denn er hilft uns, schlechte Dinge wie verdorbene Lebensmittel möglichst schnell wieder loszuwerden. Unwohlsein und Erbrechen sind oft nur ein Symptom mit ganz anderer Ursache. Die Ursachen können sein:
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten
- Bakterien und Viren
- Magen-Darm-Infekt
- Migräne
- Schwangerschaft
- sowie Stress und Nervosität.
Gerade wenn wir etwas Falsches gegessen haben, zu viel Alkohol getrunken haben oder an einer Magen-Darm-Grippe leiden, ist das flaue Gefühl im Magen eine natürliche Schutzfunktion. Es hält uns davon ab, weiterhin Nahrung aufzunehmen. Dadurch bekommt dein Körper mehr Zeit und Energie zum Reinigen und Regenerieren. Gönnen wir ihm diese Zeit nicht und reizen ihn stattdessen zusätzlich, kann es zu Erbrechen und Durchfall kommen. Diese Ausleitungsmechanismen helfen dem Körper, sich selbst zu reparieren.
Anders verhält es sich bei einer Schwangerschaft. Hier sind die starken Veränderungen im Hormonhaushalt oft für die morgendliche Übelkeit und das Erbrechen verantwortlich. Auch Stress kann sich negativ auf unseren Magen auswirken. Kinder, Jugendliche und Erwachsene fühlen sich in akuten Stresssituationen oft unwohl oder leiden unter einem nervösen Magen.